«Aider les Proches Aidants»

Hilfe für pflegende Angehörige

«Aider les Proches Aidants» etabliert ein integriertes Support-System für betreuende und pflegende Angehörige (Proches Aidants).

«Aider les Proches Aidants» wird von einem Projektkonsortium bestehend aus Kanton Neuenburg, dem Gesundheitsnetzwerk AROSS, Berner Fachhochschule und MIDATA entwickelt. Das Projekt wird ermöglicht durch die Projektförderung Prävention in der Gesundheitsversorgung von Gesundheitsförderung Schweiz.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Prävention von Krankheit und Burnout bei pflegenden Angehörigen. Über eine App und eine Online-Plattform, die Zugang zu den geolokalisierten Daten des Kantons über Pflegeangebote bietet, erhalten die pflegenden Angehörigen Informationen und Unterstützung. Zudem können sie dort ihren emotionalen Zustand und ihr Stressniveau erfassen, Beratung erhalten und auf Hilfsangebote zugreifen, die ihr Selbstmanagement unterstützen. Das digitale Angebot und die Beratungsdienste von AROSS ergänzen sich: Die App als erster Kontaktpunkt verweist bei Bedarf auf die von AROSS angebotenen Dienste.

Das Projekt zielt von Anfang an auf Nachhaltigkeit und Multiplikation in anderen Kantonen und Regionen ab. Zu diesem Zweck wird eine Begleitgruppe aus betroffenen Akteurinnen und Akteuren (Arbeitgebende, Versicherungen, Behörden usw.) gebildet. Parallel dazu wird eine Wirtschaftlichkeitsanalyse durchgeführt und es werden Finanzierungsoptionen eruiert.

Mitwirkung

SCSP, Neuchâtel

Service de la santé publique
République et canton de Neuchâtel
Phillipe Lauper
ph.lauper@prefix.ch

AROSS

Association Réseau Orientation Santé Social
Yves Kühne
yves.kuhne@aross-ne.ch

MIDATA Genossenschaft

Dr. Dominik Steiger
dominik.steiger@midata.coop

BFH, I4MI

Institut für Medizininformatik I4MI
Berner Fachhochschule BFH
Serge Bignens
serge.bignens@bfh.ch

BFH, Gesundheit

Berner Fachhochschule BFH
Prof. Eva Soom Ammann
eva.soomammann@bfh.ch

BFH, Soziale Arbeit

Berner Fachhochschule BFH
Dr. Claudia Michel
claudia.michel@bfh.ch

Projektpartner

Die MIDATA-Datenplattform erlaubt es den Bürgerinnen und Bürgern, ihre Gesundheitsdaten sicher und unentgeltlich auf einem persönlichen Konto zu sammeln und frei über deren Verwendung in Forschungsprojekten zu verfügen. Sie können damit als sogenannte «Citizen Scientists» eine aktive Rolle in der medizinischen Forschung spielen.
MIDATA wirkt als Treuhänderin der Daten ihrer Mitglieder resp. der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger. Sie ist eine gemeinnützige, genossenschaftlich organisierte Einrichtung, die – wie beispielsweise Blutspende-Dienste – ohne finanzielle Anreize funktioniert. Die Kontoinhaber werden für ihre bewusste und freiwillige «Daten-Spende» nicht entschädigt. Die Einnahmen, die durch die Integration von Daten in eine wissenschaftliche Studie entstehen, werden in die auf der Plattform angebotenen Dienste und in diverse kleinere Forschungsprojekte reinvestiert. Startups, IT-Dienstleister und Forschungsgruppen können auf der Plattform mobile Apps anbieten, beispielsweise Gesundheits-Apps oder Apps für die Behandlung und Kontrolle von Patienten mit chronischen Krankheiten. MIDATA wird derzeit in mehreren wissenschaftlichen Gesundheitsprojekten genutzt. In ein einem Projekt am Universitätsspital Zürich sind beispielsweise an Multipler Sklerose leidende Patientinnen und Patienten involviert. Sie prüfen den Effekt von Behandlungen mittels einer Tablet-App, die ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten testet. Aktuell befindet sich ein Projekt der ETH Zürich im Aufbau, das sich mit Fragen zu verschiedenen Trainingsmethoden und dem jeweiligen Einfluss auf den Muskelaufbau befasst. Es werden zunehmend Projekte umgesetzt, die sich an einen breiten Bevölkerungskreis richteten und einen Mehrwert für viele bieten – genauso, wie das beim Projekt «Ally Science» der Fall ist.

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Die Berner Fachhochschule BFH ist eine anwendungsorientierte Hochschule mit einem innovativen und praxisnahen Angebot in Lehre, Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildung. Sie bereitet Studierende auf berufliche Tätigkeiten vor, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden umgesetzt werden.
Die Association Réseau Orientation Santé Social AROSS sorgt für bessere Orientierung im Neuenburger Sozial- und Gesundheitsnetz. AROSS richtet sich an die über 65-Jährigen, ihre Familien und die Angehörigen der Gesundheitsberufe.
Gesundheitsförderung Schweiz initiiert, koordiniert und evaluiert Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten. Langfristiges Ziel ist eine gesündere Schweiz.
Der Service de la santé publique (SCSP) des Kantons Neuenburg ist verantwortlich für die Gesundheitsversorgung und öffentliche Gesundheit im Kanton.